Aus dem Workshop gefragt: Hier gehts zu Teil 1, und hier gehts zu Teil 2!

Wo finde ich Informationen, die sich speziell auf mein Fach beziehen?

Referenzgröße für „digitales Fachwissen“ ist das Fach, also: Welche digitalen Wissensbestände und Praktiken gibt es im Fach? Das „Fach“ selbst lebt in unterschiedlichen Kontexten; Sie kennen vermutlich am ehesten die universitäre Lehre. Weitere Facetten wie universitäre Forschung und Selbstverwaltung sehen Sie seltener; diese beiden Bereiche machen aber einen großen Teil der Facharbeit aus und kennen zudem ihrerseits digitale Anforderungen und Praktiken, die sich von der Lehre unterscheiden. Sie als Studierende haben erste Berührungspunkte z.B. als studentische Hilfskraft, in studentischen Forschungsprojekten, in Gremienarbeit oder bei der Teilnahme an Tagungen und Summer Schools – und natürlich, wenn es angeboten wird, in forschungs- oder praxisbezogenen curricularen Lernveranstaltungen. Hier könnten Sie recherchieren, welche Angebote es gibt, und dann Kontakt aufnehmen.

Das macht es mitunter erforderlich, die fachliche Wahrnehmung zu verlassen. So war ich z.B. für einen Workshop an einem Fachbereich Elektrotechnik und Informatik tätig, und an den Flurwänden hingen drei Ankündigungen für Tagungen zu digital humanities, davon eine als reine online-Veranstaltung (vor Corona). Ich fotografierte die Plakate und wollte sie ein paar Tage später auf den Fluren meiner eigenen Fakultät suchen – es hing kein einziges. Mein Eindruck war, dass die digital humanities durchaus auch ohne die humanities vorangetrieben werden, und es folglich erneut in meiner Verantwortung liegt, aktiv nach Veranstaltungen zu suchen. Sie kommen nicht in überwältigender Üppigkeit über unsere Flure gelaufen, und wenn wir heute nicht mitmachen, komme morgen bestimmt die nächste. Wir müssen uns aktiv in die Diskurse einbringen. Also: Digitales Fachwissen findet sich teils außerhalb unserer Fächer an anderen Stellen an der Universität. Danach müssen wir suchen.

Digitales Fachwissen

Digitales Fachwissen findet sich darüber hinaus auch an anderen Orten als der Universität, nämlich in den Fachverbänden. Fachverbände sind im Unterschied zu den Berufsverbänden durch die Nähe bzw. Herkunft aus der akademischen Disziplin definiert und vereinen Aktive unterschiedlicher beruflicher Praxis; in den Fachverbänden sind also sowohl Hochschulangehörige, Lehrer*innen, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen aus Stiftungen, öffentlichen Einrichtungen, Verbänden und Vereinen sowie freiberuflich und gewerblich Tätige. Manche Fachverbände haben Arbeitsgruppen zu digital humanities oder zumindest zu Teilbereichen, und bilden spezifische Workshops und Weiterbildungen an, an denen Sie teilnehmen können, wenn Sie Mitglied sind (manchmal auch als Gast), etwa:

Tätigkeitsbezogenes digitales Wissen

Die „digitale Anpassung“ an die berufliche Praxis erhalten Sie in der Regel während der ersten Phase Ihrer Berufstätigkeit, also in Referendariat, Volontariat, Traineezeit, der Zeit als Doktorand*in/ wissenschaftliche Mitarbeiter*in oder auf einer Junior-Position. Entweder findet diese Anpassung direkt im Arbeitsalltag statt – mehr oder weniger angeleitet oder institutionalisiert, oder Sie haben die Gelegenheit (manchmal auch die Pflicht), an Veranstaltungen teilzunehmen. Das können inhouse-Schulungen sein, und an der Stelle endet natürlicherweise meine Auskunftsfähigkeit.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen und Institutionen im Kultur- und Bildungswesen nutzen Fort- und Weiterbildungen der Berufs- und Branchenverbände. Die Berufsverbände sind – im Unterschied zu den Fachverbänden, s.o. – von der beruflichen Praxis der Mitglieder definiert, unabhängig von ihrer fachlichen Herkunft und Qualifikation. Natürlich gibt es hier auch Schnittmengen. Entsprechend bieten sie Veranstaltungen an, die konkrete und aktuelle Probleme der beruflichen Praxis beheben sollen. Als Mitglied – auch als studentisches Mitglied, manchmal auch als Gast – können Sie häufig ebenfalls an Weiterbildungen teilnehmen. Die Weiterbildungen reichen von Tagesseminaren bis zu umfangreichen Zertifizierungen. Über Stipendien und Förderungen informieren ebenfalls die Berufsverbände.

Text von Mareike Menne

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