Unsere Home-Office-Reihe beschließt Vincenz Schmarsow – und er lüftet das Geheimnis, woran wir denn alle aktuell so intensiv im Home-Office arbeiten, abgesehen von unseren wissenschaftlichen Pflichten. Seid gespannt!

Als Student im Bachelor habe ich eigentlich immer etwas für die Uni zu erledigen: Hausarbeiten und Essays schreiben, Praktika absolvieren, Seminare vorbereiten, für Leistungsnachweise lernen und am Ende des Semesters steht natürlich noch die Prüfungsphase an. Zwischen all dem Stress in der Uni und dem oft notwendigen Nebenjob fällt es mir doch häufig schwer, die nötige Motivation aufzubringen, mich an den Schreibtisch zu setzen und mich aktiv mit meinen Seminarthemen zu beschäftigen. Ich bewundere meine Kommilitonen, die es schaffen, sich ständig zu motivieren und Aufgaben gefühlt bereits Tage oder Wochen vor Fristende abgeben – oder zumindest bilde ich mir das oft ein, wenn das schlechte Gewissen mal wieder zuschlägt und ich noch mitten im Brainstorming oder Schreibprozess festhänge. Bei mir läuft es meist nach dem Schema ab, dass ich alles möglichst lange vor mir herschiebe und die Arbeit erst auf den letzten Drücker erledige. So geht das vermutlich schon mein ganzes Leben oder zumindest seit meiner Schulzeit, vielleicht brauche ich den Zeitdruck und den selbst auferlegten Stress, um richtig arbeiten zu können. Paradoxerweise hat mir die erzwungene Zeit im Home-Office geholfen, anders als man es vielleicht vermuten würde, meine Produktivität zu steigern. So habe ich gerade während der letzten Wochen einige Möglichkeiten gefunden meine Motivation zu steigern.

  • Denke von Tag zu Tag

Ich habe festgestellt, dass es keinen Sinn hat, ganze Wochenpläne zu erstellen und alle Aufgaben durchzuplanen, denn oft halte ich mich sich sowieso nicht an meine Vorschriften und schiebe die Aufgaben lieber auf den nächsten Tag. Auch kann ich meine Tagesmotivation nicht abschätzen, denn vielleicht macht mir heute oder morgen Aufgabe X viel mehr Spaß als Aufgabe Y. Wenn ich mir allerdings täglich Gedanken über den Tagesablauf mache, kann ich meine Motivation für bestimmte Dinge viel besser abschätzen und ich übernehme mich nicht so leicht beim Aufgabenpensum.

  • Fokussiere dich auf eine Aufgabe

Die Fülle an Aufgaben, die man wöchentlich für die unterschiedlichsten Kurse zu erledigen hat, kann einen schon manchmal erschlagen. Aus diesem Grund hilft es mir, wenn ich mich wirklich nur auf eine bestimmte Aufgabe fokussiere und versuche, alles andere auszublenden. Es ist wenig hilfreich, wenn man mit seinen Gedanken immer schon bei den noch bevorstehenden Aufgaben ist, denn so benötigt man meist unnötig mehr Zeit für die Bearbeitung, da die Konzentration nachlässt.

  • Arbeite wann es für dich passt

Oft arbeite ich spät am Abend oder mitten in der Nacht, weil ich gemerkt habe, dass ich mich zu diesen Zeiten am besten konzentrieren kann. Es gibt genügend Studien, die sagen, dass zu Zeit X die Konzentration und Aufmerksamkeit am größten ist, allerdings denke ich, dass jeder Mensch individuell und verschieden ist und man so etwas nicht verallgemeinern sollte. Deshalb kann ich jedem nur raten, nicht auf andere zu hören, wann man lernen sollte, sondern für sich zu testen, welche Zeit die eigene ist.

Leider gibt es bei der Motivation keine goldene Regel, die besagt, wie man Motivation generiert. Tipps und Regeln sind weitgehend subjektiv, und was für den einen gilt, funktioniert beim nächsten schon nicht mehr. Aus diesem Grund ist das wichtigste, sich überhaupt erstmal Gedanken über sich selbst zu machen und sich zu hinterfragen, warum es an der nötigen Motivation mangelt. Andere können lediglich Hilfestellungen geben, aber Motivation entsteht immer aus eigenem Antrieb und diese Last kann einem niemand abnehmen. Und genau diese extrinsische Motivation, welche im Home-Office nahezu komplett fehlt, kann dazu beitragen, sich auf die intrinsische Motivation zu fokussieren und diese zu steigern. Das Home-Office kann somit auch als Chance verstanden werden, neue Wege der Motivationsgenerierung zu schaffen, indem man sich durch die Isolation bewusster mit sich selbst beschäftigt.

Gemeinsam mit Mareike Menne arbeite ich derzeit an einem Playbook zur Motivation im Studium, in der Abschlussphase und während des Berufseinstiegs. Es kann Euch auf der Basis unserer Erfahrungen mit eigenen „Motivationslöchern“, Motivationserfolgen und interdisziplinärer Recherche helfen, einen individuellen Motivationsstil zu finden. Falls es Euch also auch so geht wie so vielen anderen und manchmal einfach die nötige Motivation in bestimmten Situationen fehlt: Ab Mai helfen wir Euch mit online-Kursen, die wir auf die Bedürfnisse und Eigenarten von Geisteswissenschaftler*innen zugeschnitten haben und in die Mareikes 15 Jahre Erfahrung in Lehre, Studienberatung und Coaching eingeflossen sind.

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